Annahmen und Wahrnehmungen

Jeder von uns glaubt über sich selbst, dass es wesentliche Dinge gibt, die ihn ausmachen.
Jeder von uns glaubt über sich, dass einige davon nicht gut sind.
Jeder von uns glaubt über sich, dass einige davon ganz OK sind.
Jeder von uns glaubt das auch über andere Menschen.
Jeder von uns glaubt, dass die anderen Menschen ihn auch in der Art wahrnehmen.
Einige dieser Annahmen sind uns bewusst, zumindest teilweise. Von anderen wissen wir
solange nichts, bis wir sie möglicherweise eines Tages entdecken. So oder so bestimmen sie
ausnahmslos, wie eine Art von Filter, unsere Wahrnehmung und unser Erleben von dem, was
wichtig und richtig ist. Sie bilden unsere Wirklichkeit, nach der wir unsere Möglichkeiten
einschätzen und unser Verhalten ausrichten. Hierbei sind es häufig unscheinbare Details und
Implikationen unserer Annahmen, die wichtige Unterschiede machen und große Auswirkungen
haben.
Unsere Freiheit liegt darin, dass wir das Gefüge dieser Annahmen untersuchen und überprüfen
können. Finden wir neue Details, Ergänzungen oder können Fehler korrigieren, so hat das
direkte Auswirkungen auf unsere Handlungsmöglichkeiten.
Richtung, Intensität und Dauer einer solchen Untersuchung beeinflussen den Erfolg.
Die Hauptwerkzeuge für eine solche Untersuchung sind Fragen, mit deren Hilfe wir uns
bestimmten Aspekten genauer zuwenden, um deren Details und Zusammenhänge genauer zu
erfassen. Unsere Fokussierung auf eine bestimmte Fragestellung über einen längeren Zeitraum
bildet dabei so etwas wie einen Fixpunkt oder Hintergrund, vor dem wir klarer sehen können,
was uns bewegt.
Je nachdem, welche Fragen wir genau stellen und wie gut es uns gelingt, einen Fokus über eine
längere Zeit aufrecht zu erhalten, können wir neue Perspektiven und Möglichkeiten (er)finden.
Bei der Auswahl der Fragen kommt es vor allem darauf an, dass sie unsere Suche in fruchtbare
Bereiche lenken. Damit wird gewährleistet, dass die neuen Erkenntnisse und Einsichten ein
guter Boden sind für die Lösung unserer Schwierigkeiten und das Wachstum unserer
Fähigkeiten und Möglichkeiten.
In diesem Sinne wünsche ich uns allen, dass wir lernen, uns und unseren Klienten diese Art von
Fragen besser und besser zu stellen.
Herzliche Grüße, Christoph